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The Monsterican Dream
Der zweite Output der finnischen Monster kommt im bereits vom
Debüt gewohnten Gewand daher, mit hübscher Aufmachung aus kultverdächtigen
Illustrationen. Dieses Mal hat sich das Obermonster daran gewagt, für jeden
Song ein oder mehrere Bilder zu malen, die die Story des Songs erklären
sollen. Am besten gelungen, sind hierbei die Illustrationen zu
"Pet
the Destroyer", "Haunted Town" und
"Kalmageddon".
Für die Produktion dieses Longplayers zuständig zeigt sich
Hiili Hiilesmaa, der bereits für "Get Heavy!" erste Wahl war, jedoch zu
diesem Zeitpunkt leider keine Zeit hatte. Für die Band war es sehr
interessant und lehrreich mit Hiili zu arbeiten, da er die Musiker zu wahren
Höchstleistungen antrieb. Gemäß seinem Motto "Wir sind im Studio um zu
arbeiten!" wurden die Aufnahmen in Rekordzeit abgeschlossen.
Von den 40 Songs die die Band seit ihrem fulminanten Debüt
geschrieben hat, schafften es letztendlich 12 auf das fertige Album. Zwei
weitere Songs ("Hell with a Pop" und "Pyromite") wurden als B-Sides auf der
Maxi "Blood Red Sandman" veröffentlicht. Besonders interessant ist hierbei
die Geschichte zu "Magistra Nocte", dem einzigen echten Instrumentalstück
auf "The Monsterican Dream". Ursprünglich sollte das Klavierstück ein Intro
zu Kalmageddon darstellen, wurde jedoch dann als eigener Track ausgekoppelt,
wodurch sich die Länge von nur 1:33 Minuten erklärt.
Auch treten auf diesem Album erstmals alle Bandmitglieder als
Songwriter in Erscheinung, was jedoch nicht abgesprochen war. Es wurden
einfach nur die besten Stücke ausgewählt, ohne krampfhaft darauf fixiert zu
sein von jedem Musiker einen Song mit aufzunehmen.
Generell bietet der zweite Longplayer eine gute Übersicht
über die volle Bandbreite des Monstersounds, und kann musikalisch mit "Get
Heavy!" vollauf mithalten, wobei sich dieses Mal ein wenig mehr Abwechslung
in Form von balladesken Liedern einschleicht. Vor allem im etwas poppigeren
"My Heaven is your Hell" das als erste
Singleauskopplung gewählt wurde, schlagen Lordi überraschend softe Töne an.
Auf dem langsamen Stück "The Children of the Night" zeigt der Gesang ein
wenig Schwächen, ebenso bei dem groovigen "Kalmageddon", dessen kleine,
fiese Keyboard-Melodie sich ziemlich im Ohr festsetzt. Für Verwirrung bei
den Reportern sorgte das flotte Stück "Wake the Snake", wo Lordi sich nicht
nur einmal die Frage anhören musste, ob er denn in dem Song über sein bestes
Stück singt. Falls sich noch jemand dasselbe denken sollte, sei er an dieser
Stelle beruhigt: Lordi verschwendete keinen Gedanken an sein Liebeswerkzeug,
als er diesen Song schrieb. Im textlich grandiosen "Pet the Destroyer"
schließlich, langen Lordi mit fast schon Rammstein-artigen Riffs ordentlich
hin, und laden zum unbeschwerten Mitgröhlen ein. Neben diesem Song, ist
eindeutig die Hitsingle "Blood Red Sandman" mit dem dazugehörigen
überwältigenden Video das Highlight schlechthin, und entwickelt sich schon
beim flüchtigen Hineinhören zum absoluten Ohrwurm.
Ursprünglich hieß das Stück "Blood Red Santa", wurde aber wegen der
bekanntlich rassistischen Einstellung der Musikbranche zum Thema Weihnachten
umbenannt, um zu vermeiden das der Titel nur zur Weihnachtszeit gespielt
wird.
Die im Vergleich zum Debütalbum teilweisen gesanglichen
Schwächen erklären sich, wenn man weiß das Lordi ausgerechnet zu dem
Zeitpunkt als er die Leadvocals einsingen sollte, ziemlich krank wurde.
Besonders bei "Children of the Night" merkt man dieses, da er stellenweise
etwas krächzend wirkt. Anders jedoch beim Song "Kalmageddon", wo die leicht
nasal wirkende, kränkelnde Stimme des Höllenfürsten exzellent mit der
Stimmung des Songs harmoniert. Das war auch letztendlich der Grund, warum
die Vocals gerade in diesem Stück so belassen wurden.
Jedem der sich "The Monsterican Dream" leisten möchte, ist
unbedingt zu empfehlen sich die Special Edition zu leisten. Diese enthält
nämlich den 30-minütigen surrealistischen Horrorkurzfilm "The Kin", in dem
die Bandmitglieder mitspielen. Der Film ist äußerst professionell
produziert, und könnte ohne weiteres direkt aus Hollywood stammen.
Ebenfalls auf der DVD enthalten ist ein Making-Of, das sowohl
vom Dreh des Musikvideos "Blood Red Sandman", als auch vom Set des Films
berichtet.
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