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Deadache
Album Nummer vier aus der Monsterwelt wird dieses Mal unter
dem Titel "Deadache" auf die Menschheit losgelassen. Nebst der
obligatorischen optischen Runderneuerung stechen auf diesem, von
Thunderstone-Gitarrist Nino Laurenne produzierten Album auch musikalische
Neuerungen heraus. Im Vergleich zu vorhergehenden Alben deutlich mehr Raum
eingeräumt wurde dem Keyboard, das auch deutlich düsterer klingt als bei
Lordi bis jetzt gehört. Die Produktion klingt dabei aber gewohnt druckvoll,
und die Gitarren zeichnen sich durch eine gewisse, nicht unpassende
Räudigkeit aus.
Textlich bleibt bei den Monstern allerdings wie zu erwarten war alles beim
Alten, es dominieren einmal mehr die Horrorthemen. Jedoch langen Lordi
dieses Mal um einiges kräftiger hin, sind die Themen doch um einiges
blutiger und brutaler als bisher gewöhnt. Die neu gewonnene textliche Härte
steht den Monstern aber exzellent zu Gesicht, pardon, Fratze.
Nach einem stimmungsvollen Intro beginnt das Album zunächst etwas verhalten,
ehe mit "Bite it like a Bulldog" der erste richtig räudige Song über den
Hörer hereinbricht. Der Titel, der bereits vor der Veröffentlichung des
Albums als Single erschienen ist, klingt trotz fetzigem Bass-Intro für Lordi
eher ungewöhnlich, und löste innerhalb der Fanschar auch einige sehr
kontroverse Reaktionen aus.
Sofort ins Ohr gehen dafür das ein wenig an Rob Zombie erinnernde "Man Skin
Boots" sowie der ziemlich böse Rotz-Rocker "Dr. Sin is in". Besonders
letzterer hat mit seiner lässigen Rhythmik das Zeug dazu sich in die Riege
der Live-Klassiker unter den Lordisongs einzureihen. Leute mit
Zahnarzt-Phobie sollten mit dem Konsum allerdings vorsichtig sein,
weckt das Bohrergeräusch in Verbindung mit den Lyrics doch wahrhaft
schauerliche Vorstellungen...
Unter den folgenden Stücken findet sich die obligatorische Ballade die in
Form von "Evilyn" daherkommt, und deren Klang man wohl am besten mit "Lordi
am Lagerfeuer" umschreiben kann. Für eine Überraschung sorgt anschließend
das als Instrumentalstück beginnende "The Rebirth of the Countess", das sich
mit der Vergangenheit der Keyboardhexe Awa beschäftigt. Allerdings nicht wie
zu erwarten in englisch sondern - in französisch! Gerade diese ausgefallene
Idee, sowie die (gewollt?) emotionslose Stimme der Sprecherin Sandra Mittica,
lässt das Stück auf der Platte aber leider ein wenig deplatziert wirken.
Dafür legen die Monster danach aber mit dem schnellen "Raise Hell in Heaven"
so richtig los. Mit "Deadache" kommen dann nebst einer Ohrwurm-Melodie noch
richtig gore-lastige Lyrics auf den Hörer zu, ehe der vorletzte Song mit der
Keyboard-Melodie von Phantom der Oper überrascht, was aber
überraschenderweise ziemlich gut zur düsteren Grundstimmung des Albums
passt, und sich schon nach einigen Hördurchläufen zu einem der Highlights
des Albums mausert.
Zum Ende wird es mit Missing Miss Charlene wieder etwas ruhiger. Für das
Outro dieses bereits ziemlich lange als Entwurf existierenden Songs, haben
sich Lordi wieder einmal etwas Anderes einfallen lassen, wurde dafür doch
eine Originalaufnahme aus dem Jahre 1986 herangezogen, in der ein
jugendlicher Mr. Lordi nebst den Kollegen seiner damaligen Band zu hören
ist.
Alles in allem ist "Deadache" also ein würdiger Nachfolger des Erfolgsalbums
von 2006, und fräst sich mit so einigen Songs gleich wieder in den
Gehörgängen fest, erreicht durch seine experimentiellen Ansätze aber nicht
die Eingängigkeit von "The Arockalypse". Dennoch sollte das Album weder
langjährige Fans vor den Kopf stoßen, noch Lordi-Neulinge davon abhalten in
das Universum der finnischen Monster einzudringen.
Das Album gibt es nebst der Standard-Version auch noch als
Digipak, mit einem Bonustrack sowie einer Lordi-Halloweenmaske aus Pappe.
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