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Babez for Breakfast
Der fünfte Longplayer aus dem Hause Lordi wird mit einem ausgefallenen Cover
serviert, das um ein Haar der Zensur anheim gefallen wäre. Im Endeffekt
wurde nicht das komplette Bild, sondern nur ein Ausschnitt desselben für das
Cover verwendet, das Motiv an sich ist das gleiche, bis auf ein wenig nackte
Haut wird der Welt nichts vorenthalten.
Musikalisch regiert das neueste Lordi-Baby zwischen Licht und Schatten, und
wird nach den hohen Erwartungen wohl für einige kontroverse Diskussionen
sorgen. Einerseits präsentieren sich die Monster was das Songwriting angeht
so stark wie nie, andererseits wird mit dem Mix des renommierten Produzenten
Michael Wagener nicht jeder Fan glücklich werden. Das Album bleibt über
weite Strecken flach, mit teilweise zu sehr in den Hintergrund gesetzten
Gitarren, und kommt erst bei voll aufgerissener Lautstärke und nach ein
wenig Knöpfchengespiele am Equalizer mit der Jumbo-Jet ähnlichen
Gitarrenwand der Proberaumaufnahmen um die Ecke - zur Freude der gesamten
Nachbarschaft.
Als Intro des Albums darf man der Geburt eines Monsterbabys beiwohnen,
während dem geneigten Hörer sodann als Opener im Uptempo Babez for Breakfast
kredenzt werden, mit einer Portion Doublebass als Beilage. Das höhere Tempo
steht den Monstern gut zu Gesicht, genau wie die rotzig-derben Klänge die
direkt danach bei dem Stampfer "This Is Heavy Metal" (gleichzeitig die erste
Singleauskopplung) die Wohnungseinrichtung zum Wackeln bringen. Doch dann
ist es mit der monströsen Härte erst einmal vorbei, es folgt mit Rock Police
ein ziemlich weichgespülter Song mit einem karibisch anmutenden
Keyboard-Intro. Die Quoten-Ballade des Albums liefert "Call Off The Wedding"
mit Co-Writer Unterstützung von Bruce Kulick, der es sich wie schon auf "The
Arockalypse" nicht nehmen lässt auch das Gitarrensolo zu dem Song
beizusteuern. Mit einem getragenen Intro auf der Akustikgitarre entwickelt
sich das Stück trotz oder gerade wegen der sanften Klänge in Verbindung mit
der räudigen Stimme des Obermonsters zu einem der Highlights des Albums. Der
Abwechslungsreichtum des Albums zeigt sich in dem fast schon etwas
industrial-lastig klingenden "I Am Bigger Than You", bei "Give Your Life For
Rock And Roll" das mit einem Gospel-Chor überrascht, einem
Akustikgitarren-Intermezzo namens "Amen's Lament To Ra", sowie dem von einer
Orgel begleiteten Rausschmeißer "Devil's Lullaby" das Lordi's Vorstellung
eines Schlafliedes ziemlich perfekt wiedergibt. Typische Lordi-Lyrics mit
einer Riesenportion rabenschwarzem Humor sowie Mark Slaughter in einer
Sprechrolle sorgen bei "Granny's Gone Crazy" dafür dass sich dem Hörer ein
breites Grinsen ins Gesicht tackert, wobei die Lyrics dieses Titels trotz
allen Spaßes einen gewissen sozialkritischen Touch offenbaren. Das Potenzial
sich zu einem richtigen Live-Kracher zu entwickeln hat der groovige Ohrwurm
"Nonstop Nite", dessen sich nach kürzester Zeit in den Gehörgängen fest
fräsender Refrain einfach zum Mitgröhlen einlädt.
Alles in Allem servieren Lordi mit "Babez For Breakfast" ein sehr
abwechslungsreiches Album, das wohl (ähnlich wie der 2004er-Output "The
Monsterican Dream") in etwa gleich viele Liebhaber wie Gegner finden wird.
Ob man es nun liebt oder hasst, stellt sich trotzdem die Frage, was wird -
nach Babies zum Frühstück und Schlampen zu Mittagessen - jetzt eigentlich
zum Abendessen aufgetischt...?
Das Album kann man nebst der Standard-Version in den USA auch noch als
Limited Edition mit Babylätzchen erwerben, und auch eine limitierte
Box-Edition ist noch geplant.
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