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The Arockalypse
Gene Simmons missratene Enkel landen ihren
dritten Streich! Und präsentieren sich nebenbei sowohl musikalisch als auch
textlich härter und gemeiner denn je - aber ohne dabei auch nur ein einziges
Mal ihren typischen rabenschwarzen Humor zu verlieren.
Für ihr drittes Studioalbum hat sich die
Monstersquad gleich eine ganze Riege an Gastmusikern eingeladen, die
allesamt zu den absoluten Idolen der Band zählen. Neben Wort- bzw
Gesangsspenden von Dee Snider (Twisted Sister) und Udo Dirkschneider (Accept,
U.D.O.), wartet das Scheibchen auch noch mit zwei grandiosen Gitarrensoli
von Bruce Kulick (KISS, Union) und Jay Jay French (Twisted Sister) auf.
Unter dem Produzenten Jyrki Tuovinen
werkte die Band etwa ein halbes Jahr im Studio, das sich definitiv
ausgezahlt hat. Nicht einmal durch den Rausschmiss von Enary im August und
dem überraschenden Entschluss Kalmas die Band zu verlassen, ließ sich die
Monstersquad in ihrer Arbeit beirren. Mit Awa und OX wurden zwei neue
Monster für Keyboard und Bass ins Boot geholt. Zwar sorgten die zwei
Bassisten im Verlaufe der Arbeit im Studio für einen interessanten
"Stereo-Bass-Effekt", jedoch zeigt sich für den fetten Bass auf dem Album
alleine Kalma verantwortlich, während Awa bereits selbst alle Keyboardparts
für "The Arockalypse" einspielte.
Auf diesem Scheibchen gelingt es die ganze
Freude und den Spaß den die Bandmitglieder im Studio hatten perfekt
widerzuspiegeln. Im Vergleich zum Vorgänger "The Monsterican Dream"
präsentiert sich das neue Album insgesamt kompakter, dynamischer, und vor
allem eingängiger, und knüpft damit nahtlos an das Feeling des Erstlings
"Get Heavy!" an.
Mit einem theatralischen, hörspielartigen
Intro (über drei Minuten lang!) das einer Nachrichtensendung nachempfunden
ist baut sich langsam die richtige Stimmung auf, ehe Dee Snider
höchstpersönlich die Arockalypse ankündigt. Und dann brettert das Album auch
schon los, mit dem etwas härter als gewohnt ausgefallenen, aber sehr gut
gewählten Opener "Bringing back the Balls to Rock". Der gnadenlos
mitreißende Chorus der flotten Rockhymne sitzt schon nach dem ersten Hören
bombenfest, und beschließt die Gehörgänge nicht mehr zu verlassen.
Ohrwurmartig geht es dann auch weiter, ehe
das etwas langsamere "It snows in Hell" eine kleine Ruhepause gönnt. Wenn es
in der Hölle schneit, greift schon einmal Bruce Kulick persönlich in die
Saiten, und liefert ein grandioses Solo ab. Wer glaubt damit ist das Pulver
dann schon verschossen, der irrt gewaltig!
Schon der nächste Song "Who's your Daddy"
lässt keinen Zweifel daran aufkommen, das die Monster vom Polarkreis noch
immer gewaltig abrocken, und ihren Humor keinesfalls verloren haben. Und
natürlich kann Lordi nicht davon lassen, verteilt auf den gesamten
Longplayer, Seitenhiebe und Verweise auf die musikalischen Idole und
Lieblingshorrorfilme der Band einzubauen, die dem wissenden Hörer ein
breites Grinsen aufs Gesicht zaubern.
"Hard Rock Hallelujah" schließlich, mit
dem Lordi die finnische Vorausscheidung zum Song Contest 2006 heimsuchten,
könnte mit seinem großen Chorus durchaus auch von Alice Cooper himself
stammen. Generell wurde auf "The Arockalypse" nicht nur mit wieder fetterem
80er-like Drumsound, sondern auch mit deutlich mehr präsenten
Background-Vocals gearbeitet, sodass auch Kitas ausgezeichnete Stimme
endlich besser zur Geltung kommt.
Auf "They only come out at Night" liefert
sich Lordi ein gesangliches Duell mit einem leider fast schon etwas zusehr
in den Hintergrund gemixten Udo Dirkschneider, das einem einen
unwillkürlichen, wohligen Schauer über den Rücken jagt. Für das Solo auf dem
folgenden, mitgröhlverdächtigen Stampfer "Chainsaw Buffet" zeigt sich Jay
Jay French verantwortlich. Der Twisted Sister-Gitarrist schafft es den
ohnehin schon mitreißenden Song noch einmal kräftig aufzupolieren, und zu
einem der vielen Highlights dieses Albums zu machen.
Das textlich grandiose "Good to be Bad"
überrascht mit Europe-artigem Keyboardsound, und sorgt wieder einmal für
kräftigen Ohrwurmalarm, der sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album
zieht. Spätestens wenn aber der Stampfer "Supermonstars" durchgelaufen, und
die Arockalypse nach einer Spielzeit von einer guten Dreiviertelstunde schon
wieder beendet ist, ist man restlos davon überzeugt: Monster haben einfach
mehr Spaß im Leben!
Bleibt nur noch zu sagen…
HAIL IN THE NAME OF ROCK AND ROLL!
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